Zwischen Polizist und Prinzessin

Ich melde mich heute zurück, weil mir etwas wichtig ist. Und ich will es mit euch teilen.

Wie manche von euch sicher wissen: Bei uns wohnt das Bärenkind. Ein aufgeweckter Vierjähriger, der liebend gerne erschafft (ob beim Bauen von Höhlen, mit den Kaplasteinen oder mit Buntstiften auf Papier), der die Welt entdeckt und seit knapp einem halben Jahr auch findet, Kleider sind schön; warum dürfen nur Mädchen sie tragen?
Wir sind ganz seiner Meinung und so ist er stolz im Besitz von mittlerweile acht Kleidern und drei Röcken (alle beim Mamikreisel selbst ausgesucht). Und seit Ferienbeginn letztes Wochenende auch nur noch in solchen zu sehen. (Kurz unterbrochen von kurzer Hose und Polizei-T-Shirt.)

Schon immer bekommen wir auf der Straße zu hören: „Das ist ja eine Süße!“ oder „Wie alt ist denn die Kleine?“ usw — allein der Haare wegen, egal ob dazu Jeans und blaues T-Shirt getragen werden. Also für uns kaum eine Veränderung, dass er nun mit Kleid unterwegs ist.

Heute wollte der kleine Bär zu seiner Oma. Gleich vorweg: das passierte nicht. Und ich mag hier erzählen, warum.
Der wehrte Herr Papa hat es aufgeschrieben, ich will es mit euch teilen:

IMG_0657b„Wir leben augenscheinlich immer noch in einer vollkommen rückständigen Welt, in der ein 4-Jähriger von seiner Oma nicht akzeptiert werden kann, wenn er Kleider tragen mag.

Wenn ich eine Aufgabe habe, dann dieses Kind zu lieben und zu schützen und es zur Stärke hinzuleiten, sich selbst zu lieben, für sich einzustehen und Schwächlingen die Stirn zu bieten. Ein Kind, dass der Gefahr (wenn auch nur abseits der KiTa) von anderen andern verspottet zu werden, trotzt, und dennoch trägt was es selbst als ästhetisch empfindet, ist ein starkes Kind. Es muss sich nicht der Schwäche seiner Umgebung beugen.

Ist es nicht geradezu lächerlich, dass nun mir von der Oma entgegengehalten wird, ich solle andere Meinungen akzeptieren? Und sie wolle nun einmal nicht mit ihm im Kleid spazieren gehen, weil andere sie damit konfrontieren (könnten)? Tatsächlich aber toleriert sie nicht die freie Entfaltung ihres Enkels und also hat sie sich nun zu entscheiden, ob sie ihn liebt und annimmt, wie er ist und sein möchte, oder ob sie lieber ihrem Konservatismus und ihrer Schwäche frönt und dafür ihre Ruhe vor den anderen […] hat.

IMG_7907Ich kann und muss andere Meinungen akzeptieren. Nicht jedoch in Hinsicht auf mein Kind, wenn diese seine Meinung unterdrücken. Ein flexibler moralischer Kompass ist unbrauchbar und gefährlich.

Liebe.“

Es entbrannte also an der Haustür eine Diskussion, sie wollte ihn nur mit Hose mitnehmen, weil sie spazieren gehen wollten, er wollte das Kleid anbehalten. Also blieb er zu Hause und wir bauten eine große Höhle und spielten Kaninchen.

Es ist uns wichtig, dass die Kindheit, die so kurz und kostbar ist, nicht schon zerfurcht wird von solchen konservativen, gesellschaftlichen Normen. Die Kinder sehen sich früh genug der rauen Welt gegenüber, warum also müssen wir ihnen schon als Kinder ihre Träume beschneiden?

Gebt den Kindern Flügel.

 


Zu den Bildern:
Ich habe das Bärenkind gefragt, ob ich diese zwei Bilder hier auf dem Blog verwenden darf und es gab zustimmende Begeisterung.

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In letzter Zeit

Die letzten drei Artikel waren vor längerer Zeit vorgeschrieben und automatisch hochgeladen worden. Unausgefeilt. Ich war in der Zeit wieder einmal in der Klinik.

Das erste Mal nun habe ich meinen Laptop wieder eingeschaltet. Alles ist mir fremd. Ich wünsche mir ein Leben fernab von all dem. Auf einem Bauernhof in einer Gemeinschaft mit anderen Gleichgesinnten oder so etwas.

Ich lese nicht, ich träume wirr und habe doch so viele Ideen für diesen Blog. Nur will die Hand nicht schreiben, der Geist ist müde, der Körper auch. Seit der Entlassung schlafe ich in den Nächten kaum mehr als drei Stunden.

Ich will nicht gehen ohne ein Wort.
Ich habe Pläne, wie gesagt, doch momentan will es nicht recht klappen.
Ich werden den Laptop gleich wieder ausschalten und eine Weile nichts schreiben hier. Eine Auszeit ins Ungewisse.

Für euch alles Liebe!

[Roomtour] Schlafzimmer

Als letzten Raum in meiner Roomtour-Reihe fehlt nun noch das Schlafzimmer. Ich habe es am längsten vor mir hergeschoben, weil es am „langweiligsten“ ist: Ein Bett, ein Kleiderschrank (mit Jacken, Hemden und Hosen), eine Kommode (mit Bettwäsche und Kinderklamotten) und ein Handtuchregal.

Eigentlich ist es gar kein Raum. Im Mietvertrag nicht vermerkt, nur ein Durchgangszimmer zum Dachboden. Aber für uns allemal groß genug um ein eigener Raum zu sein. Ideal genutzt. Man muss ja nichts verschwenden. 🙂

Der Flur
IMG_5629Ich muss am Ende den Flur ergänzen, der kein eigener Raum ist, aber die meistens unserer Klamotten in einer Kommode an der Tür herbergt.

Die Kommode steht direkt neben der Tür zum Schlafzimmer und gegenüber der Badezimmertür, ist also ideal von beiden Zimmern erreichbar.

Eventuell schreibe ich auch noch einen eigenen Artikel speziell zu den Klamotten. Schreibt mir gern, ob ihr euch eine Kleiderschrank- (bzw. Komoden-)Tour wünschen würdet.


Bereits veröffentlichte Roomtouren:
Kinderzimmer
Wohnzimmer
Küche
Badezimmer

[Roomtour] Badezimmer

Die allergrößte Veränderung was Minimalismus, Zero Waste und dergleichen angeht, haben im Badezimmer stattgefunden. Einer meiner ersten Artikel zu den Themen, in dem ich sammelte, was ich umgesetzt habe (hier) machte das damals schon deutlich.

In diesem Artikel mag ich wieder mit Vorher-Nachher-Bildern arbeiten. Das macht den Prozess immer erst richtig deutlich und oft auch anderen Mut, einen Anfang zu wagen.

Raumgestaltung
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Linke Hand gibt es in unserem Bad eine Waschmaschine, dahinter ein Waschbecken (mit Spiegelschrank und Unterschrank), eine Toilette und am Ende eine Badewanne mit Fensterschräge.

Auf der rechten Seite ist ein kleiner Ablagetisch und die Wäsche.

Die verschiedenen Ecken haben sich natürlich nicht groß verändert, aber die Inhalte. Und darauf schauen wir jetzt mit den Vorher-Nachher-Bildern.

🙂

Badewanne

Ich zeige an dieser Stelle nur „meine Ecke“ da mein Freund (Fensterbrett auf dem großen Bild) hier noch nicht plastikfrei unterwegs ist (was man auf den Bildern zum Spiegelschrank deutlich sehen kann).

Waschbecken

Das Bild ist natürlich etwas amüsant. Zahnbürsten haben wir nach wie vor, nur sind sie jetzt im Spiegelschrank. Zahnpasta benutzt aber niemand mehr bei uns in dieser Form. Wir haben zwei verschiedene Zahnpulver (eine für den kleinen Bären, eine für uns). Aber alles heute im Spiegelschrank. Die Seife steht auf dem Rand der Badewanne, weil der Kleine sich dort leichter (und vor allem ohne Hilfe) die Hände waschen kann.

Spiegelschrank

Im Schrank sind wir immer noch am Aufbrauchen, aber wir haben deutlich reduziert: Keine Schminke mehr, kein hochwertiges Nagelset, kein Parfüm. Cremes werden auch weniger, genauso Deos und Lippenpflegestifte. Alles werde ich am Ende selbst herstellen, damit wir auch dort müllfrei sind.
Bestandsaufnahme heute (rechtes Bild):
Oben links ist Waschmittel, rechts Aufbrauchprodukte. In der Mitte kleine Handtücher, Waschlappen, ein Bimsstein und selbstgemachtes Trockenshampoo. Unten links sind meine Medikamente und unsere Nahrungsergänzungsmittel, daneben die Zahnbürsten und Zahnpulver, ein letzter Rest Ohrenreiniger, Nagelschere, Pinzette und Nagelpfeile und Haargel von meinem Freund. (Auf dem Bild ist sogar noch die alte Zahnpasta, die jetzt allerdings weg ist).

Unterschrank
Schubladen
In den Schubladen des Unterschranks haben wir Medikamente, Damenhygiene + Haargummis usw. und Badkrimskrams.IMG_7599
In dem großen Fach sind Wärmflaschen und letzte Reinigungsmittel, die aufs Aufbrauchen warten.
(Außerdem ein Auffangglas, weil unser Wasser nicht gut abläuft. Altes Haus. Alte Leitungen.)
😉

Regal / Tisch und Wäscheecke

Hier ist die größte Veränderung zu sehen, weil ein Möbelstück den Raum getauscht hat. Die Handtücher sind ins Schlafzimmer gewandert und alles andere findet nun Platz auf einem kleinen Beistelltisch. Außerdem haben wir den viel zu großen Wäschekorb verkauft und nur noch einen Beutel an der Heizung hängen, plus einen den kleinen Wäschekorb vom ersten Bild (zum Herumtragen der Wäsche).

Waschmaschine
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Auf der Waschmaschine habe ich außerdem einen alten Spiegel gestellt, weil der Spiegelschrank zwar nett, aber viel zu hoch angebracht ist. So habe n auch die kleineren im Haushalt eine Chance mehr als nur die Haarspitzen zu erhaschen. 🙂

Auchso, der kleine Hocker vor dem Waschbecken wird auch nicht mehr verwendet. Den hat der kleine Bär aussortiert: „Ich bin schon groß, ich brauche den Hocker nicht mehr.“

Und das wars auch schon.

Die erwähnten selbstgemachten Putz- und Waschmittel habe ich übrigens versucht hier zu sammeln.


Bereits veröffentlichte Roomtouren:
Kinderzimmer
Wohnzimmer
Küche