Digitaler Minimalismus + Finanzübersicht

IMG_5270Vor einer Weile habe ich ein abgelegtes Smartphone von der Familie bekommen, da mein altes den Geist aufgegeben hatte. Ein paar Monate später nun fiel es mir vom Tisch und der Touchescreen funktionierte nicht mehr. Bildschirmsperre nicht mehr zu entsperren, keine Chance das Handy weiterhin zu nutzen.

Zeit sich noch einmal genauer Gedanken zur Nutzung von Laptop, Tablet, Handy und co. zu machen.

Bevor das Smartphone da war, hatte ich alles über meinen Laptop geregelt. Als ich das Smartphone hatte, ging das alles nach und nach aufs Handy über und wir hatten sogar einen Laptop weggelegt und den anderen gemeinsam genutzt. Nun steige ich also wieder auf den Laptop um. Was gut ist:

1. Nur zu festen Zeiten erreichbar. Das Handy ist, solang das Internet nicht ausgeschaltet, jederzeit empfangsbereit und mitteilungbedürftig. Man bekommt zwar alles sofort mit und kann schnell antworten, lässt sich aber auch schnell ablenken und es ist schwerer feste Zeiten festzulegen. So kann auch niemand erwarten, dass man sofort auf alles reagiert.
2. Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung. Der Laptop hat einen festen Platz auf meinem Schreibtisch und wenn ich ihn benutzen will, muss ich zu ihm kommen. Im Gegensatz zum Handy, dass überall mithinkommt.
3. Nur noch per Mail errichbar. (Da ich kein Telefon besitze.) Für mich wunderbar, denn ich telefoniere so ungern, aber nicht ans Telefon gehen gilt als unhöflich. (Genau wie auflegen, wenn es einem zu viel wird.)

Digitaler Minimalismus bedeutet für mich also eine übersichtliche und selbstbestimmte Nutzung medialer Angebote sowie deren Apps, Programmen, Seiten usw., die meine Zeit in Anspruch nehmen (z.B. durch Ablenkung).

Ich versuche jetzt mal zu sortieren:
1. Soziale Netzwerke und Accounts. Brauche ich sie wirklich, oder verschwende ich nur meine Zeit damit? Überblick verschaffen und überflüssige Accounts löschen. (Ich z.B. habe seit langer Zeit kein Facebook mehr Istagram und co. habe ich erst gar nicht ausprobiert. Ich nutze YouTube und WordPress um mir Anregungen zu den Themen zu holen, die mich interessieren, will beides aber zeitlich eingrenzen – eine unbequeme Sitzgelegenheit erinnert mich daran. 🙂 Außerdem habe ich Twitter, bin aber losgekommen jeden Tag alles verpasste nachlesen zu wollen.)
2. Apps und Spiele. Ein paar sind ja vielleicht ganz nett, aber nur solange man sie kontrolliert und nicht andersherum. (Ich persönlich habe keine mehr.)
3. E-Mail. Newsletter abbestellen, Übersichtlichkeit durchs Löschen unwichtiger Mails und nicht alle paar Minuten Mails checken, sondern nur ein paar mal am Tag kontrollieren. Denn das kontrollieren stetzt uns Stress aus und unterbricht z.B. den Arbeitsflow.
4. Zeit einteilen. Vielleicht einmal morgens, einmal abends oben genannte Dinge nutzen. Alles selbst im Griff haben, nicht ablenken lassen.
5. Pausen einlegen, wenn man länger beschäftigt ist.

Und neben der Nutzung des Internets?
Auf dem Laptop ist für mich eine gute Struktur sehr wichtig. Alles muss sofort zu finden sein. Bedeutet: ein übersichtliches Ordnersysthem und die am meisten verwendeten Dokumente direkt als Verknüpfung in einem Ordner auf dem Desktop.
Und: mindestens einmal im halben Jahr alles durchgehen, auf der Externen sichern was wichtig ist und nicht mehr relevantes rauswerfen. (Auch Bilder, denn wer braucht schon 300 Fotos von einem Wochenende o.ä.)
(Nachtrag: Hier ein Video von Dates mit Dani dazu, das alles etwas netter zusammenfasst.)


Wo wir gerade beim Thema Ordnung auf dem Laptop sind, habe ich heute ein kleines Extra für euch: eine Tabelle um die Finanzen zu organisieren.
(Die Datei ist mit OpenOffice Calc erstellt, das kann ich hier nicht hochladen und hoffe, dass es über Excel genauso funktioniert. Wenn nicht, sagt mir Bescheid.)
Hier klicken für den Download.
Auf der ersten Seite werden Fixkosten eingetragen und daraus ein Budget errechnet, welches für jeden Monat ersichtlich ist und dort dann auf Teilbereiche aufgeteilt wird (hier z.B. Essen, Freizeit, Kind, Sonstiges). Die Ausgaben werden also in diese Kategorien eingeordnet und am Ende sieht man, welcher Bereich wie viel Ausgaben hatte und ob die Vorabberechnungen hinkamen. (So in aller Kürze.)
Unbenannt
Alles natürlich von euch individuell beschriftbar. Meine Angaben im Dokument sind nur Beispiele.
Fragt gern, wenn es Fragen gibt. 🙂


PS: Da ich natürlich nicht alles nutze, was es so gibt, habe ich sicher das Ein oder Andere vergessen, ihr könnt also gern in den Kommentaren ergänzen. 😉

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7 Gedanken zu “Digitaler Minimalismus + Finanzübersicht

  1. Liebe Namika,
    ich stimme dir voll und ganz zu und habe auch alles Belastende abgeschafft. So wichtig! Beneidenswert, daß du kein Telefon hast. Ich tausche mich auch lieber schriftlich aus oder persönlich, aber Telefonieren belastet mich seit Jahren. Inzwischen wissen die Menschen das und es klingelt nur noch extrem selten. So geht es.
    Eine App für Mails habe ich erst seit kurzem, aus den von dir genannten Gründen wollte ich das nie. Aber meine Erfahrung damit ist positiv, nämlich, daß ich eine Anfrage jetzt sofort aus der Welt schaffen kann und sich nichts anstaut. Allerdings schalte ich das Gerät auch regelmäßig für Stunden aus, um nicht immer verfügbar zu sein. Bei mir war es umgekehrt: das regelmäßige mich an den Laptop setzen zu müssen und alles „abzuarbeiten“ war belastender. Jetzt ist es gleich weg oder wird sofort gelöscht und ich denke nicht mehr, was wohl nun wieder alles auftaucht. Manchmal sehne ich mich nach den Zeiten, als einmal pro Tag Post kam. Vom Briefträger.
    Liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

    • Salut Madame,
      Den Aspekt kann ich gut verstehen. So z.B. sehe ich diesen Kommentar erst 12 Stunden nachdem er geschrieben wurde. Aber momentan sind es bei mir meist Nachrichten, die mir nicht krumm kommen, wenn ich z.B. erst am Abend darauf reagiere. Und so kommt bei mir dann wirklich nur dann die Post, wenn ich es mag. Die meisten Menschen wissen das auch nun.
      Vielleicht ändert sich das in einer anderen Phase meines Lebens nochmal, das weiß ich nicht, aber momentan fahre ich ganz gut damit und schreibe sogar tatsächlich mehr Briefe (und bekomme auch hin und wieder einen zurück). Hach!
      Mit den allerliebsten Grüßen zurück!

      Gefällt 1 Person

  2. Pingback: [Roomtour] Wohnzimmer | Hinterhand

  3. Ich lasse mich vom Telefon nicht hetzen auch wenn ich es fasst immer dabei habe. Es dient mir zu vielen Dingen. Hörbücher bei der notwendigen Autofahrt, … Navigation und auch Kommunikation . Ich glaube nicht, dass irgendwas besser wird nur weil ich es abschalte. Vielleicht liegt es daran, dass ich kein Problem damit habe mal nicht ran zu gehen, erst morgen zu antworten usw. . Ich nutze synchrone oder asynchrone Kommunikation sogar gezielt.

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