[Roomtour] Kinderzimmer

Auf dem Weg zum minimalistischen und plastikfreien Kinderzimmer

IMG_5791Ich finde es bei anderen Blogs und Kanälen immer interessant zu sehen, wie die Räume aussehen wenn es um ein minimalistisches und plastikfreies Leben geht.
Wir sind nun nach wie vor auf dem Weg und es stehen immer wieder Änderungen an, aber gerade hat es eine große Umräumaktion in Wohn- und Kinderzimmer gegeben und da ich stets versuche zu dokumentieren gibt es an dieser Stelle einen ersten Roomtour-Artikel. Das Kinderzimmer.

Zuerst ein Vorher-Bild, damit man sieht, dass auch wirklich was passiert ist:

NurisZimmerAlt

Eine schöne Rundumsicht (und damals war ich schon am Ausmisten!)

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Noch etwas davor sah es so aus… (Ohweh!)

Und nach diesem Schock (für mich war es das auf jeden Fall nach dem letzten Bild…) zeige ich euch den derzeitigen Überblick, aufgeteilt nach Bereichen:

Spielküche
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Mein Sohn ist gerade vier geworden und liebt es uns nachzuahmen was das Kochen angeht. So sieht es hier nicht wirklich minimalistisch aus, doch im Vergleich zu früher ist es schon unglaublich viel leerer.

IMG_59281 Herd + 1 Stuhl
1 Gläserhalter mit 6 Gläsern, 1 Kaffeemühle, 1 Wasserkocher, 1 Thermoskanne
1x Handfeger und Schaufel, 1 großer Kochtopf, 1 Korb mit Obst und Gemüse, 1 Schürze, 1 Backhandschuh
1 Kanne, 1 Pfanne, 1 Topf, 1 Kelle, 1 Schneebesen, 1 Rührlöffel, 1 Set Kochlappen, 1 Korb mit Brot und Kastanien
2 Dosen, 1 Holzkästchen, 1 Kaffeefilteraufsatz
3 große Teller, 3 kleine Teller, 4 Metallteller, 1 Teesieb, 1 Schachtel Holzeier
1 Korb mit 6 Gläsern und Aufbewahrungen, 2 weitere Aufbewahrungen, 1 Holzbrett
= 51 Teile

Schreibtisch
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Sein liebstes Hobby ist allerdings das Malen. Pro Tag bekomme ich nie weniger als fünf Kunstwerke geschenkt und so ist die Schreibtischecke unabdingbar. Hier werden sich nur nach und nach die Filzstifte aufbrauchen und somit ein Stifthalter verschwinden.
Die Bilderrahmen waren an dieser Stelle nicht geplant, er hat sie aus dem Wohnzimmer mitgehen lassen und gibt sie nun nicht mehr her. 🙂

IMG_59161 Schreibtisch, 1 Schreibtischstuhl
3 Bilder, 1 Malunterlage, 1 Lineal, 1 Schere, 1 Radiergummi, 1 Stiftehalter mit Filzstiften, 1 Halter mit Buntstiften, 1 Halter mit Wachsmalstiften
1 Papierkorb, 1 Schubfach für Basteleien (darinnen 3 Malbücher und 3 leere Notizbücher zum Malen)
1 ABC-Plakat
= 21 Teile

Bett und Kuschelecke
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Wir haben das Gitterbett gegen ein großes getauscht. Toll zum Hüpfen und abends Lesen und Kuscheln. Die Bilder sind aus altem Pappkarton gebastelt.

1 Bettgestell, 1 Matratze, 1x Bettzeug
3 große Kuscheltiere, 1 kleines Kuscheltier (nicht auf dem Bild, weil immer auf dem Arm)
1 kleine Matratze
4 Bilder, 1 Plakat
1 kleiner Wagen
= 14 Teile

Spielecke
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Damit kommt nun der größte und konfuseste Teil des Zimmers. Der Schrank war früher wirklich bis oben hin voll (siehe Bild oben), ich denke, es wird sich nach und nach noch etwas verkleinern, denn ich merke immer wieder: je mehr Ordnung und wirklich geliebtes Spielzeug, desto konzentrierter und länger sind die Spielphasen. Das Aufräumen geht sehr schnell, da alles seinen ganz genauen Platz hat und durch diese Struktur ist der ganze Raum autonom nutzbar und fördert also ganz nebenher die Selbstständigkeit. Die oberste Regalreihe enthält lediglich drei Bücher, die für später geeigneter sind und zwei Bälle, da unter uns jemand wohnt und die Bälle nicht ständig auf dem Boden rumpoltern sollten. (Sowieso eher für draußen.)

1 Regal, 1 Autoteppich, 1 Poster, 1 Korb mit DuploIMG_5802-vert
1 Schublade Bauklötze, (Schublade Malpapier,) Schublade mit 9 Musikinstrumente (Foto nicht ganz aktuell), Schublade mit 9 Kuscheltieren (die Pettersson und Findus Filzpuppen sind selbst gemacht)
1 Werkzeugkasten, 1 Kiste mit 24 Autos
9 Gesellschaftsspiele und Puzzles
2 Fotoalben, 1 Decke, 1 CD-Spieler, 1 Tischdecke
19 CD’s, 5 Kassetten, 35 Bücher (eins der kleinen Fächer beinhaltet Büchereibücher), 1 Buchhalter, 1 Kassette mit Spielgeld
1 Schachspiel, 1 Kiste mit 5 Teilen Kleinkram (2 Muscheln, 1 Seeigel, 1 Fliese, 1 Schlüsselbund), 1 Straßenbahn, 1 Spardose
1 Fußball, 1 kleiner Ball, 3 Bücher, 1 Buchstütze
= 136 Teile

Sonstiges
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Die Fensterbilder existieren nur noch so lange, wie wir hier wohnen, die links bekomme ich nämlich nicht mehr ab ohne sie völlig zu zerstören.

1 Lampe, 1 Holzvogel
5 Fensterbilder, 2 Rollos
= 9 Teile

Wie ihr seht habe ich gezählt. Mit Möbeln und allem sind demnach 231 Gegenstände geblieben. Zum Vergleich: Im Dezember waren es noch 470 Teile. Also haben wir das Ganze tatsächlich halbiert in einem knappen Jahr.
Und auch im Dezember hatte ich schon drastisch reduziert. Das zeigt: Minimalismus mit Kind(ern) geht langsam vonstatten, aber es ist auf jeden Fall möglich. (Weil man ja doch oft das Gegenteil zu hören bekommt.)


Hier noch meine persönlichen Tipps für Minimalismus mit Kind(ern):

Wollt nicht alles sofort. Das Kind muss sich an alles gewöhnen können, nur so kann es den Prozess aktiv miterleben und für sich gewinnbringend annehmen.
Beobachtet das Spielverhalten des Kindes. Womit spielt es besonders viel? Was lässt es links liegen. Da lässt sich eine erste Auswahl treffen.
– Legt ein Tauschregal auf dem Dachboden oder im Wohnzimmer an. Die beste Idee, um zu sehen, was wirklich wichtig ist. Einige Spielsachen sind jederzeit verfügbar, andere im Tauschregal, will das Kind etwas aus dem Regal, gibt es dafür etwas anderes aus dem Zimmer her. Was nach zwei, drei Monaten nie getauscht wurde, kann ohne schlechtes Gewissen weggegeben werden.
Bibliothek. Zweideutig: Zum Einen genauso wie das Tauschregal nur eben mit Büchern, zum Anderen braucht man z.B. nicht alle Petterson und Findus Bücher selbst im Regal stehen haben, wenn man immer mal zwei aus der Bibliothek ausleihen kann und so auch Abwechslung beim Lesen hat. (Außerdem lassen sich so manche regnerische Nachmittage wunderbar in der Bibliothek verträumen.)
Tauscht Spielzeug mit anderen Kindern im selben Alter um ein wenige Abwechslung ins Spiel zu bringen. In manchen Städten kann man sich in Bibliotheken o.ä. sogar Spielzeug ausleihen (z.B. Hamburg) und braucht so selbst nicht mehr so viel anzuschaffen. (Gibts z.B. auch online. Habe ich aber noch nie ausprobiert.)
Verbringt mehr Zeit ohne Dinge. Also z.B. im Wald oder eben in der Bibliothek, auf dem Sportplatz, am Fluss/Hafen/Strand, im Museum, auf dem Spielplatz, im Park mit Picknick, … jeder hat hier sicher seine ganz eigenen Vorlieben. 🙂 Kinder brauchen vor allem Raum und Zeit und Menschen von denen sie lernen können und nicht so sehr Dinge.

speziell für plastikfreies Spiel:
– Bei scheinbar unersetzlichen Spielsachen gibt es ganz bestimmt alternativen aus anderen Materialien. Auch wir sind da noch nicht am Ende. Zu Weihnachten soll z.B. das Duplo ausgetauscht werden und ich bin unheimlich gespannt, ob das funktionieren wird!
Nicht sofort alles weg. Ich habe nach und nach immer mal hier und mal dort ein paar Dinge zur Seite gelegt und manchmal fiel es auf und der kleine Bär holte sie sich wieder, aber oft eben auch nicht und:
Reden hilft eine Menge. Wenn man dem Kind die Beweggründe erklärt, willigt es eigentlich fast immer ein, (erst recht, wenn es einen ähnlichen Gegenstand im Tausch erhält, aber auch so,) Kinder sind so viel verständnisvoller, als man oft annimmt, wenn man sie nur ernst nimmt und auf Augenhöhe mit ihnen redet. (Gilt natürlich für beide Themen.)
Ich glaube, das ist das wichtigste. 🙂

Was ist noch zu tun?
Ich möchte, wie angemerkt, das Duplo austauschen. Der kleine Bär spielt nämlich mindestens genauso gern mit Holzbausteinen und soll davon ein paar schönere und anregendere bekommen. Hier und da sind noch ein paar wenige Dinge aus Plastik. Manche brauchen sich noch auf, andere werden ersetzt oder noch aussortiert. Aber alles in allem bin ich sehr zuversichtlich, dass wir in die richtige Richtung steuern.
Aus minimalistischer Sicht können wir noch einiges tun (Spiele reduzieren, vom Puppenherd weitere Dinge aussortieren und bedenken: das Kind hat nur zwei Hände zum Spielen…), aber da richte ich mich ganz sanft und mit der Zeit die es braucht nach dem Bärenkind.

(Und ganz nebenbei zum Thema Low Budget: Von allem, was hier zu sehen ist haben wir den Schneebesen, die Malunterlage und das Schachspiel neu und die Kaffeemühle aus zweiter Hand gekauft. Den Rest haben wir abgelegt und/oder geschenkt bekommen. Um nochmal alle Meinungen zu zerschlagen, Minimalismus sei Luxus, Kinder zu teuer usw.)

Genießt den Herbst! 🙂


[Links zu anderen Blogs]
Nachdem ich mit dem Artikel fertig war, habe ich eine Minimalismus-Reihe zum Thema Kinderzimmer beim Fräulein im Glück gefunden. Spezielle Tipps hat sie in diesem Beitrag zusammengetragen.

Ein nicht mehr aktiver, aber durch die vorhandenen Artikel trotzdem sehr anregender Blog zum Thema spielzeugfreies Kinderzimmer habe ich gerade über einen anderen Blog entdeckt und empfehle ihn hier weiter.
Vielleicht werde ich es in Zukunft genau so handhaben. Alles in Kisten auf dem Regal und nur drei Kategorien unten…? Ich werde berichten. 🙂

(Gibt es weitere Artikel, die ich an dieser Stelle verlinken sollte? Schreibt es mir gern in den Kommentaren.)

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6 Gedanken zu “[Roomtour] Kinderzimmer

  1. Pingback: [Roomtour] Wohnzimmer | Hinterhand

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