Verschenke-Flohmarkt

Ich komme gerade aus der Stadt zurück. Dort gab es heute einen Verschenke-Flohmarkt, den Greenpeace Bremen gemeinsam mit der KlimaWerkStadt in den Räumen der KlimaWerkStadt veranstaltet hat.

Ein Auszug aus dem Einladungstext, für alle, die sich darunter vielleicht nichts genaues vorstellen können:

„Jede*r kann mitmachen:
Bringt mit was ihr gerade nicht mehr braucht – Nehmt mit was ihr gerade braucht!
Es wird verschiedene Tische geben:
– Bücher (vielleicht lag ja das falsche unterm Tannenbaum)
– Spiele (was für einen selbst zu langweilig geworden ist, kann für den anderen zum Partykracher werden!)
– Essen (jemand anderes freut sich vielleicht über die selbstgekochte Marmelade von Omi)
– Haushaltskram (bringt frischen Wind in euren Alltag)
– Kleidung (das kennt ihr ja von den Kleidertauschpartys)
– und Sonstiges! (also alles was euch sonst noch einfällt)

BITTE BEACHTET, dass wir keine kaputten oder zu skurrilen Sachen entgegen nehmen können und jeder nur bis zu 4 Teile mitbringen sollte. Also nur Sachen, bei denen ihr euch vorstellen könnt, dass sich jemand anderes darüber freut.“

Und was soll ich sagen? es war so unglaublich schön! Ich bin rein mit fünf Dingen (Kinderspielsachen) die waren nach Sekunden weg. Und ging nach Hause mit sechs Dingen und jedes hat wirklich einen Nutzen oder Wert für mich. Das hätte ich nicht gedacht! Es waren, wie ich es schon von den Kleidertauschpartys kenne, viele viele Menschen da (für mich früher ein Grund, nicht teilzunehmen) aber ich habe meine Ängste überwunden, mir vorher gesagt, es wird großartig werden und so kam es dann auch.

Hier ein paar Eindrücke, wie das ganze aussah:


Ich finde (gerade nach meiner letzten Erfahrung auf dem konventionellen Flohmarkt) diese Idee von Tauschveranstaltungen, Umsonstläden und dergleichen wirklich unfassbar toll und bin sehr glücklich meine Ängste zu überwinden und mich zu solchen Veranstaltungen zu wagen.

Und es waren wirklich sehr viele schöne Dinge dabei und ich bin immer wieder erstaunt, was man findet. Mein größter Erfolg war eine Stange für einen Duschvorhang. Unsere war vor einigen Wochen kaputt gegangen und seitdem steht die auf unserer Wunschliste. Ich bin froh, dass ich nicht wie früher vielleicht sofort eine neue Stange gekauft habe. Das hätte nämlich Null Freude bereitet, wohingegen dieser Fund mich wirklich glücklich gemacht hat.

Hier meine „neuen“ Dinge:
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1. Duschvorhangstange (wie oben erwähnt)
2. Spiel „Durchs Gartenjahr“ (genau das richtige für meine zwei Hobbygärtner!)
3. Eine Teetasse mit Teesieb für losen Tee (unser Teeei ist kaputt gegangen)
4. Ein Holzteller (sowas suche ich schon lange für unser Obst)
5. Eine Matcha Tasse (einziges Dekoelement, für das ich schon einen Plan habe)
6. Zwei Teller aus leichtem Metall (Endlich die Plastikpicknickteller ersetzen!)

Ihr merkt, ich bin wirklich extrem glücklich gerade und musste diesen Artikel sofort schreiben aus diesem Gefühl heraus, denn für mich sind solche Momente immer noch sehr selten. (Schatzsuchen habe ich immer schon gern gehabt. Hihi.)

Ein schönes Wochenende euch! ❤

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Flohmarkt

Nun habe ich in den letzten zwei Blogbeiträgen von dem Flohmarkt erzählt. Was ist also dabei herausgekommen?

Erwartung:
Ich nehme meine 16 Kartons (um Himmels willen!) alle mit und komme mit mindestens drei weniger nach Hause. Haha ha! …

Realität:
Es war ein sehr kleiner Flohmarkt und er dauerte nur 2 1/2 Stunden, das Wetter war schlecht und nach einer Stunde war eigentlich niemand mehr da.
Ich hatte 5 Kartons mit Verschenk-Artikeln dabei, 6 mit Büchern und 5 mit sonstigen Dingen. Bei den Verschenk-Kartons ist einiges weggegangen, da habe ich aber nicht mitgezählt. Einmal nahm eine Frau ein paar Wollsocken daraus mit und drückte mir 4,50 Euro in die Hand, ein anderes Mal nahm eine Frau einen Stapel Kinderklamotten mit und gab mir dafür 20 Euro („Sind Sie sicher?“ – „Ja! Ich dachte schon, ich finde hier gar nichts mehr in der Größe!“ – „Okay, lieben Dank.“) Letzten Endes habe ich mit den Dingen die zu verschenken waren fast mehr eingenommen als mit den anderen.

Positiv-Lehre:
Die Menschen sind sich Spiegel: Gibt der eine, gibt auch der andere lieber. (Off-Topic-Bsp.: Zahlst du an der Kasse der Frau den Einkauf, die zu wenig Geld dabei hatte, wird sie sich daran erinnern und in einem ähnlichen Fall genauso handeln. (Ja, wahre Begebenheit und okay, ja, ich war die Frau.) 😛 )
Und verschenkt man Dinge, sind Andere also oft dankbarer und geben z.B. unaufgefordert eine kleine Spende dazu. Tja nun…
Ich glaube immer noch, die Welt kann sich zu einem besseren ändern. Diese freundliche Dame an der Kasse damals ist meine Beweisheldin („Das rüttelt sich schon irgendwann zurecht“, war ihr Kommentar dazu). ❤

Resultat:
Zurück zum Thema: Alles in allem (ohne die verschenkten Dinge) bin ich 46 Teile losgeworden (Bücher, Schmuck, Deko-Tierchen, Kinderspiele usw.). Aber ein großer Erfolg war es nicht und die Kartons gingen vielleicht lediglich nur ein bisschen besser zu als vorher.

Und weiter?
In den nächsten Tagen stelle ich wieder Kartons an die Straße und hoffe so noch einiges loszuwerden, außerdem wird demnächst jemand aus der Gemeinde zum Arbeitslosenzentrum fahren, ich werde alles was übrig bleibt und nicht mehr verkauft werden soll dafür bereitstellen und einfach abgeben.

Fazit:
Es bleibt die Frage, warum macht man sich für 2 1/2 Stunden überhaupt so viel Arbeit? Eigentlich müsste ich es langsam besser wissen. Aber vielleicht brauchte ich diese letzte ernüchternde Erfahrung nochmal für meinen Schritt hin zum einfach verschenken und den Kram ein für alle Mal los sein!

Verkaufen vs. verschenken

Immer öfter denke ich darüber nach Dinge zu verschenken statt sie zu verkaufen.

Warum?
Jeder Verkauf bedeutet: ich muss den Artikel fotografieren, beschreiben, ausmessen, einstellen, Nachrichten schreiben, Termine ausmachen, warten und umsonst warten, dass jemand kommt… usw.
So viel Arbeit, so viel Zeit! Und wozu? Dass ich Dinge loswerde, die ich sowieso nicht mehr haben will, über die ich doch froh bin, dass sie weg sind!

Ich habe mit jedem Tag, den ich mich mit Minimalismus und co. beschäftige, immer mehr verschenkt und stünde nicht ein Umzug an, der Geld kosten wird, ich würde (fast) alles verschenken.

Passend zum Thema ein Video von Messy Minimalis, das mir gerade als ich darüber nachdachte, zuflog.

Nach diesem Video habe ich meine Schrankwand verschenkt, einen Kleiderschrank und sehr viele kleine Dinge, die ich hier nicht einzeln aufzählen mag, denn: was weg ist, ist weg und soll es auch bleiben.

Und es ist befreiend! So unendlich befreiend. Gerade, wenn so große Sachen sich in Wohlgefallen auflösen. Herrlich!

Thema Flohmarkt
Auf den Flohmarkt morgen werde ich mehrere Kartons Kram mitnehmen, die ich einfach mit einem Zettel „zu verschenken“ versehen werde. Ich habe es das letzte Mal genau so gehalten und an meinem Stand war immer Betrieb (und manch einer wollte trotzdem unbedingt noch etwas spenden für die alten Kinderbücher o.ä.). Es hat so viel Spaß gemacht, ich habe so viel Dankbarkeit und Freude zurückbekommen, viele Gespräche geführt und gelächelt und bin angelächelt worden und…
…ist das nicht so viel mehr wert als alles Geld der Welt?

🙂